Im Januar 1944 wurde auf dem heutigen Geländes des Textilwerkes ein Männeraußenlager des KZ Flossenbürg eingerichtet. Mehr als 1000 Häftlinge bauten für die
Erla- Flugzeugwerke Tragflächen zu- sammen.
In Mülsen St. Micheln waren die Häftlinge besonders fürchterlichen Haftbedingungen ausgesetzt. Dies war bedingt durch das
Zusammen- wirken des Erla-Betriebsingeneurs
Pallitza, des sadistischen SS – Kommandoführers Erich von Berg und des berüchtigten ehemaligen Flossenbürger
Steinbruchkapos Georg Weilbach. Weilbach, der den „grünen“ Winkel der sogenannten kriminellen
Häftlinge trug, wurde am 10.03.1944 nach Mülsen St. Micheln überstellt.
Bei einem Aufstand brach in den
Unterkünften ein Großbrand aus. Die SS – Wachmannschaft
ver- hinderte jede Rettung der im Keller Eingeschlossenen. 198 Häftlinge aus mehreren Ländern starben dabei. Die Beerdigung der Opfer des Massenmordes in Zusammenhang mit der
Brandkatastrophe erfolgte zunächst in einem Massengrab auf dem Friedhof Zwickau – Eckersbach. Später wurden die Toten exhumiert, im Krematorium
eingeäschert und am 12. August 1945 in der Gedenkanlage am Schwanenteich in Zwickau feierlich beigesetzt.
Der Evakuierungsmarsch der Häftlinge begann ab dem 14. April 1945 in Richtung Leitmeritz und war von vielen Opfern
gekennzeichnet. So ermordeten allein in Schlema die SS – Wachtruppen 83 Häftlinge.
In Mülsen St. Micheln sind zwei
Gedenkan- lagen und eine Gedenktafel an den authentischen Orten der Opfer gewidmet. Sie informieren grob über die Geschehnisse im Werk. Vor dem Werk, direkt an der
Haupt- strasse wurde eine Gedenkanlage in Form einer Mauer mit zwei eingelassenen
Stein- tafeln und einem davor stehenden Steinblock errichtet.
In der Nähe des Textilwerkes, nur durch einen längeren Fußweg zu erreichen, befindet sich eine Grabstätte in der 51 ermordete und umgekommene Häftlinge dieses Lagers verscharrt wurden